Kategorie: Kurzmeinung

  • Weiterlesen: Kurzmeinung: Das Land der Anderen
    Kurzmeinung: Das Land der Anderen

    Kurzmeinung: Das Land der Anderen

    Leïla Slimani „Das Land der Anderen“ ©2022 btb Verlag Penguinbuecher
    Leïla Slimani „Das Land der Anderen“ ©2022 btb Verlag Penguinbuecher

    Eine beeindruckende Familiensaga, die Geschichte und persönliche Schicksale miteinander verbindet. Besonders wertvoll, um das Marokko von heute besser verstehen zu können.

    Eine großartige Geschichte, die für mich als Ehefrau eines Marokkaners unglaublich wichtig und interessant ist.

    Ich begleite die Generation der Großeltern nach dem Zweiten Weltkrieg in Marokko. Die Elsässerin Mathilde geht mit Amin nach dem Krieg nach Marokko und erlebt dort regelrecht einen Clash of Cultures.

    Besonders hervorzuheben ist, dass Slimani sich nicht mit langatmigen Ausschweifungen und Erklärungen über die damalige Zeit und Umgebung aufhält. Wer schon einmal in Marokko war, hat den Vorteil, sich vieles noch besser bildlich vorstellen zu können – und trotzdem ist die Geschichte besonders lesenswert.

    Slimani lässt in dieser Familiensaga, die autobiografisch inspiriert ist, auch die zeitgeschichtlichen Ereignisse geschickt in die Geschichte einfließen. Dadurch erhalten wir als Leser einen geschichtlichen Abriss der gesamten Geschehnisse in Marokko – mit all seinen schönen, aber auch negativen Facetten: Rassismus, Kolonialismus, Entmachtung und Unterdrückung, aber auch Befreiung und Emanzipation. 

    Über das Buch (formally known as Klappentext)

    Mathilde, eine junge Elsässerin, verliebt sich am Ende des Zweiten Weltkriegs in Amine Belhaj, einen marokkanischen Offizier im Dienst der französischen Armee. Die beiden heiraten und lassen sich in der Nähe von Meknès nieder, am Fuß des Atlas-Gebirges, auf einem abgelegenen Hof, den Amine von seinem Vater geerbt hat. Während er versucht, dem steinigen Boden einen kargen Ertrag abzutrotzen, zieht Mathilde die beiden Kinder groß. Voller Freiheitsdrang hatte sie den Aufbruch in ein neues, unbekanntes Leben gewagt und muss doch bald ernüchternde Erfahrungen machen: den alltäglichen Rassismus der französischen Kolonialgesellschaft, in der eine Ehe zwischen einem Araber und einer Französin nicht vorgesehen ist, die patriarchalischen Traditionen der Einheimischen, das Unverständnis des eigenen Mannes. Aber Mathilde gibt nicht auf. Sie kämpft um Anerkennung und ihr Leben im Land der Anderen.

    Leïla Slimani „Das Land der Anderen“ ©2022 btb Verlag Penguinbuecher

  • Weiterlesen: Kurzmeinung: Das Kind in mir will achtsam morden
    Kurzmeinung: Das Kind in mir will achtsam morden

    Kurzmeinung: Das Kind in mir will achtsam morden

    Karsten Dusse „Das Kind in mir will achtsam morden“ ©2020 Heyne Verlag Penguinbooks
    Karsten Dusse „Das Kind in mir will achtsam morden“ ©2020 Heyne Verlag Penguinbooks

    Eine herrlich humorvolle Fortsetzung mit viel Ironie und einem kritischen Blick auf den Esoterik-Hype. Hat mir wieder richtig viel Spaß gemacht!

    Wenn dein inneres Kind sich austoben darf …

    Eine sehr lustige Fortsetzung der Mafiageschichte, die ich wieder sehr genossen habe. Besonders bemerkenswert finde ich, dass die ganzen Aussagen und Eso-Sprüche ja gar nicht grundsätzlich verkehrt sind, sondern durchaus viel Wahrheit enthalten. Genau deshalb ist es so amüsant, wie Karsten Dusse diese Themen auf sehr humorvolle Art auf die Schippe nimmt und den Esoterik-Hype gleichzeitig ironisch und teilweise sarkastisch kritisch beleuchtet.

    Dabei trifft er immer wieder genau den richtigen Ton und zeigt, wie viel Absurdität in manchen dieser Themen stecken kann, ohne dass dabei der eigentliche Unterhaltungsfaktor verloren geht.

    Über das Buch (formally known as Klappentext)

    Björn Diemel hat die Prinzipien der Achtsamkeit erlernt, und mit ihrer Hilfe sein Leben verbessert. Er hat den stressigen Job gekündigt und sich selbstständig gemacht. Er verbringt mehr Zeit mit seiner Tochter und streitet sich in der Regel liebevoller mit seiner Frau. Ach ja, und nebenbei führt er noch ganz entspannt zwei Mafia-Clans, weil er den Chef des einen ermordet und den des anderen im Keller eines Kindergartens eingekerkert hat. Warum nur kann Björn das alles nicht genießen? Warum verliert er ständig die Beherrschung? Hat er das Morden einfach satt? Ganz so einfach ist es nicht. Sein Therapeut Joschka Breitner bringt ihn endlich auf die richtige Spur: Es liegt an Björns innerem Kind!

    Karsten Dusse „Das Kind in mir will achtsam morden“ ©2020 Heyne Verlag Penguinbooks
  • Weiterlesen: Kurzmeinung: Nullpunkt
    Kurzmeinung: Nullpunkt

    Kurzmeinung: Nullpunkt

    Mo Kast „Nullpunkt“ ©2017 in Selbstpublikation
    Mo Kast „Nullpunkt“ ©2017 in Selbstpublikation

    Eine tiefgreifende und schonungslos ehrliche Romance über Verlust, Vertrauen und die erste Liebe. Wunderschön gestaltet und emotional ein ganz besonderes Leseerlebnis.

    Ein wunderbares Buch, das mir richtig gut gefallen hat. Mo Kast erzählt hier eine ganz tolle, aber schonungslos ehrliche Geschichte – ohne Glitzer und Glamour.

    Eine Romance, die tiefer geht, denn die Protagonisten müssen ihre eigenen Dämonen bekämpfen. Dabei beschreibt Mo gekonnt die teilweise unbegreiflich zerstörten emotionalen Zustände auf schonungslose und ehrliche Art. Tiefgreifend und manchmal erschütternd, aber trotzdem ein wunderbares Leseerlebnis über Verlust, Vertrauen und die erste Liebe.

    Besonders hervorzuheben ist natürlich auch die wunderschöne Gestaltung. Mo hat es sich hier nicht nehmen lassen, die Seiten selbst zu gestalten und mit vielen liebevollen Illustrationen zu bebildern. Damit konnte sie die Stimmung der Geschichte unglaublich gut einfangen.

    Über das Buch (formally known as Klappentext)

    Nullpunkt erreicht. Seine Großmutter war gerade gestorben. Seine Mutter in Amerika wollte nichts von ihm wissen. Allein in einer Wohnung voller Erinnerung musste Ennoah einen Weg finden, sein Leben wieder auf die Reihe zu kriegen. Dass ihm die Schule wegen seiner Fehlzeiten im Nacken saß und auch die Bewerbung für ein Kunststudium nicht geschenkt war, übte noch zusätzlich Druck auf den Teenager aus. Wenigstens hatte er noch Eddy, seinen besten Freund. Eine Geschichte über Verlust, das Erwachsenwerden … und auch ein bisschen über die Liebe.Mit über sechzig Illustrationen ist das Taschenbuch aufwendig von der Autorin illustriert worden und gibt Einblicke in Ennoahs kreatives Schaffen. Im hinteren Teil des Buches befindet sich außerdem eine Galerie mit Fan-Zeichnung von weiteren Künstlern. Für die ganz Neugierigen gibt es außerdem ein ausführliches Nachwort zu der Entstehung und den Themen, die in „Nullpunkt“ behandelt werden.

    Mo Kast „Nullpunkt“ ©2017 in Selbstpublikation
  • Weiterlesen: Kurzmeinung: Die Wand
    Kurzmeinung: Die Wand

    Kurzmeinung: Die Wand

    Marlen Haushofer „Die Wand“ ©2010 Ullstein Ebooks
    Marlen Haushofer „Die Wand“ ©2010 Ullstein Ebooks

    Ein Buch, das mich regelrecht umgehauen und zutiefst beeindruckt hat. Bedrückend, beklemmend und erschütternd – und trotz seines Alters definitiv aktueller denn je.

    Dieses Buch hat mich regelrecht umgehauen und zutiefst beeindruckt! Und das vor allem, weil es ganz ohne großes Drama auskommt. Kein enormes Worldbuilding, keine extremen zwischenmenschlichen Spannungen. Nein. Dies ist die Geschichte einer Frau, die sich unfreiwillig emanzipieren und sich ihrem Leben und ihrer Einsamkeit stellen muss. Bis sie am Schluss zerstört wird.

    Man bedenke, dass dieses Buch Anfang der 60er-Jahre geschrieben wurde. Das Beeindruckendste für mich war der schonungslos ehrliche und lethargisch wirkende Schreibstil, der genau das widerspiegelt, was geschieht und wie die Wahrheit eben auch ist. Haushofer verfasste das Buch als Bericht – exakt so, wie die Protagonistin ihn nach zwei Jahren schonungslosem Überlebenskampf auf einem Fetzen Papier niederschreibt: ohne Geschnörkel und Beschönigung.

    Es ist bedrückend, beklemmend und erschütternd – angesichts der Kraft der Einsamkeit und des Überlebenswillens des Menschen.

    Und auch wenn das Buch schon vor gut 60 Jahren verfasst wurde, hat es an Aktualität definitiv nichts eingebüßt. Im Gegenteil: Es hat sogar noch an Bedeutung gewonnen.

    Über das Buch (formally known as Klappentext)

    Die Wand, weite Natur und die große Einsamkeit

    Eine Frau will mit ihrer Cousine und deren Mann ein paar Tage in einem Jagdhaus in den Bergen verbringen. Nach der Ankunft unternimmt das Paar noch einen Gang ins nächste Dorf und kehrt nicht mehr zurück.

    Am nächsten Morgen stößt die Frau auf ein unsichtbares, glattes, kühles Hindernis – eine unüberwindbare Wand, hinter der Totenstarre herrscht. Abgeschlossen von der übrigen Welt, richtet sie sich inmitten ihres engumgrenzten Stücks Natur und umgeben von einigen zugelaufenen Tieren aufs Überleben ein…

    Marlen Haushofer „Die Wand“ ©2010 Ullstein Ebooks
  • Weiterlesen: Kurzmeinung: Echoes of Yesterday (Drowning Hearts Duet 1)
    Kurzmeinung: Echoes of Yesterday (Drowning Hearts Duet 1)

    Kurzmeinung: Echoes of Yesterday (Drowning Hearts Duet 1)

    Jessica Winter „Echoes fo Yesterday“ ©2026 Heyne Verlag PenguinLoveStories
    Jessica Winter „Echoes fo Yesterday“ ©2026 Heyne Verlag PenguinLoveStories

    Ein unglaublich gefühlvoller Roman über Trauma, Verbundenheit und die Kraft, gemeinsam Vergangenes zu bewältigen. Jessica Winter hat mich mit ihren sympatischen Charakteren, ihrem passenden Humor und einer spannenden Erzählstil wieder einmal richtig begeistert.

    Ein unglaublich gefühlvoller Roman, der – wie von Jessica Winter gewohnt – unter die Haut geht. Besonders berührend ist, dass Asher und Tori eine gemeinsame Vergangenheit bewältigen müssen und durch ihr Erlebnis, das sie beide für immer geprägt hat, immer miteinander verbunden sein werden. Dabei ist mir vor allem Ashers Trauma sehr nahegegangen.

    Trotz des tiefgreifenden Themas verleiht Jessica ihren Charakteren und der Geschichte immer einen sympathischen Charme und den passenden Humor. Sie zeichnet ihre Figuren so liebevoll, aber auch mit all ihren Facetten.

    Jessica versteht es, durch passende Zeitsprünge und geschickte Perspektivwechsel die Spannung immer weiter aufzubauen und lässt mich als Leserin die Puzzleteile selbst zusammenfügen.

    Sehr emotionales aber großartiges Leseerlebnis!

    Über das Buch (formally known as Klappentext)

    Wenn dein Leben in Scherben liegt, kann nur die Liebe dich heilen.

    Nach Jahren kehrt Asher nach Silver Sands zurück, an den Ort, den er für immer hinter sich lassen wollte. Nur für seine jüngeren Geschwister stellt er sich seiner traumatischen Vergangenheit – und der Begegnung mit Tori. Der Frau, die einst seine dunkelste Stunde mit ihm geteilt hat. Und die jetzt nach und nach all das in ihm weckt, was er sich geschworen hatte, nie wieder zu fühlen: Hoffnung, Vertrauen, Liebe. Auch Tori kämpft. Mit dem Verlust ihres alten Lebens, mit Schuld und Erwartungen. Und mit einem Mann, der sie von sich stößt und zugleich anzieht. Bei gemeinsamen Nachhilfestunden für die Uni und beim Schwimmunterricht wird aus Schmerz langsam Nähe – und aus zwei gebrochenen Seelen eine Liebe, die stärker ist, als beide je erwartet hätten.

    Jessica Winter „Echoes fo Yesterday“ ©2026 Heyne Verlag PenguinLoveStories
  • Weiterlesen: Kurzmeinung: Russische Spezialitäten
    Kurzmeinung: Russische Spezialitäten

    Kurzmeinung: Russische Spezialitäten

    Dmitrij Kapitelman „Russische Spezialitäten“ @2025 Hanser Berlin Verlag
    Dmitrij Kapitelman „Russische Spezialitäten“ @2025 Hanser Berlin Verlag

    Ein leises, feines Buch über Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Russland und der Ukraine – erzählt mit viel Tiefe und einer spielerischen Leichtigkeit. Berührend und menschlich, ohne erhobenen Zeigefinger, hat mich diese Geschichte trotz meines geringen Vorwissens über die osteuropäische Geschichte sofort erreicht.

    Dieses Buch habe ich von der Leipziger Buchmesse 2025 mitgenommen und dann erst einmal liegen gelassen, bis es mir sehr viel später wieder in die Hände fiel. Einmal angefangen, konnte ich es dann nicht mehr weglegen. Es hat unheimlich viel Spaß gemacht, diesen Abstecher in die Gegenwartsliteratur zu machen.

    Ein ganz feines und leises Buch, das in seiner spielerischen Erzählweise erstaunlich viel Tiefsinn hervorbringt. Gerade in Zeiten des Krieges in der Ukraine finde ich es umso wichtiger zu verstehen, wie viele Gemeinsamkeiten Russland und die Ukraine haben – und eben auch, wie unterschiedlich sie sind.

    Ich gebe zu, dass ich mich in der osteuropäischen und russisch geprägten Geschichte nicht besonders gut auskenne. Trotzdem ist es mir unglaublich leichtgefallen, dieses Buch zu lesen und zu mögen. Ein berührend menschliches Buch, das zum Nachdenken anregt, ohne dabei die Moralkeule zu schwingen.

    Über das Buch (formally known as Klappentext)

    Eine Familie aus Kyjiw verkauft russische Spezialitäten in Leipzig. Wodka, Pelmeni, SIM-Karten, Matrosenshirts – und ein irgendwie osteuropäisches Zusammengehörigkeitsgefühl. Wobei, Letzteres ist seit dem russischen Überfall auf die Ukraine nicht mehr zu haben. Die Mutter steht an der Seite Putins. Und ihr Sohn, der keine Sprache mehr als die russische liebt, keinen Menschen mehr als seine Mutter, aber auch keine Stadt mehr als Kyjiw, verzweifelt. Klug ist es nicht von ihm, mitten im Krieg in die Ukraine zurückzufahren. Aber was soll er tun, wenn es nun einmal keinen anderen Weg gibt, um Mama vom Faschismus und den irren russischen Fernsehlügen zurückzuholen? Ein Buch, wie nur Dmitrij Kapitelman es schreiben kann: tragisch, zärtlich und komisch zugleich.

    Dmitrij Kapitelman „Russische Spezialitäten“ @2025 Hanser Berlin Verlag

    Client error: `GET https://graph.facebook.com/v22.0/instagram_oembed?url=https%3A%2F%2Fwww.instagram.com%2Fp%2FDOObKZwjLFk&access_token=ccEE5CfXo6FGcgoZHw9hs+uvBk720C6XB8rKeQM8RXlIVdESnu3/mfecSqiwfztcpKoeEJ/du/8NGtDEwofmdtnL4D9hrntLK/mUGpsF1KjNGM18+avn43P9IygnqeSq04fpclUpiTQBkh5BrHIoee7rvUxMGIb16kP316ZwKJZ654TU60dY1oDwGoE+/NBshIbleXH/UD3Viq5vjlXUXL9O+0vGK2YIrhhFzDpi1wWpY9Ya9sRJXPOS9raTm+HckDllwPIk1r3/qFAIzzj+TARraD3c+XwvS6Q563BXausXui/osvikn98V5jVtnSkT3kCjz2Z+c8bGB4Lj2eOuQw==` resulted in a `400 Bad Request` response: {"error":{"message":"Invalid OAuth access token – Cannot parse access token","type":"OAuthException","code":190,"fbtrace (truncated…)

  • Weiterlesen: Kurzmeinung: Yellowface
    Kurzmeinung: Yellowface

    Kurzmeinung: Yellowface

    Rebecca K. Fuang „Yellowface“ ©2024 Bastei Lübbe Verlag
    Rebecca K. Fuang „Yellowface“ ©2024 Bastei Lübbe Verlag

    Das Buch war überraschend spannend und fesselnd. Von Anfang an begleitet man die wenig erfolgreiche Autorin June Hayward, die zufällig an ein interessantes Manuskript ihrer erfolgreicheren Kollegin Athena Liu gelangt und dieses unter ihrem eigenen Namen veröffentlicht. Aus der Perspektive der Protagonistin June klingt alles schlüssig, und man entwickelt tatsächlich so etwas wie Zuneigung zu ihr – obwohl man genau weiß, dass ihr Handeln nicht rechtens ist. June ist jedoch vollkommen davon überzeugt, nichts Unrechtes zu tun, und schildert uns Lesenden ihre Beweggründe so unvoreingenommen und nachvollziehbar, dass man fast Sympathie für sie empfindet. Irgendwann ist der Zug abgefahren, und für June gibt es – aus ihrer Sicht – kein Zurück mehr.

    Die Geschichte regt zum Nachdenken an und ist eine scharfe Kritik an der aktuellen Buchszene mit ihrer toxischen „Buchbubble“. June wird getrieben von der Aufmerksamkeit, die sie in den sozialen Medien erhält – und natürlich kippt die Situation irgendwann. Das Buch hält der Szene einen Spiegel vor: Hype und Cancel Culture, alles oder nichts, und notfalls wird sprichwörtlich über Leichen gegangen. Gekonnt wird dies hier auf die Spitze getrieben. Und ja, Plagiate sind leider keine Seltenheit, ebenso wie das völlige Fehlen eines Schuldbewusstseins bei manchen plagiierenden Autor:innen, die über soziale Medien sogar noch damit kokettieren.

    Eine sehr kurzweilige Geschichte, die mir unheimlich Spaß gemacht hat.

    Über das Buch (formally known as Klappentext)

    June Hayward und Athena Liu könnten beide aufstrebende Stars der Literaturszene sein. Doch während die chinesisch-amerikanische Autorin Athena für ihre Romane gefeiert wird, fristet June ein Dasein im Abseits. Niemand interessiert sich für Geschichten »ganz normaler« weißer Mädchen, so sieht es June zumindest. Als June Zeugin wird, wie Athena bei einem Unfall stirbt, stiehlt sie im Affekt Athenas neuestes, gerade vollendetes Manuskript, einen Roman über die Heldentaten chinesischer Arbeiter während des Ersten Weltkriegs. June überarbeitet das Werk und veröffentlicht es unter ihrem neuen Künstlernamen Juniper Song. Denn verdient es dieses Stück Geschichte nicht, erzählt zu werden, und zwar egal von wem? Aber nun muss June ihr Geheimnis hüten. Und herausfinden, wie weit sie dafür gehen will.

    Rebecca K. Fuang „Yellowface“ © 2024 by Bastei Lübbe AG,

    Client error: `GET https://graph.facebook.com/v22.0/instagram_oembed?url=https%3A%2F%2Fwww.instagram.com%2Fp%2FDOObKZwjLFk&access_token=ccEE5CfXo6FGcgoZHw9hs+uvBk720C6XB8rKeQM8RXlIVdESnu3/mfecSqiwfztcpKoeEJ/du/8NGtDEwofmdtnL4D9hrntLK/mUGpsF1KjNGM18+avn43P9IygnqeSq04fpclUpiTQBkh5BrHIoee7rvUxMGIb16kP316ZwKJZ654TU60dY1oDwGoE+/NBshIbleXH/UD3Viq5vjlXUXL9O+0vGK2YIrhhFzDpi1wWpY9Ya9sRJXPOS9raTm+HckDllwPIk1r3/qFAIzzj+TARraD3c+XwvS6Q563BXausXui/osvikn98V5jVtnSkT3kCjz2Z+c8bGB4Lj2eOuQw==` resulted in a `400 Bad Request` response: {"error":{"message":"Invalid OAuth access token – Cannot parse access token","type":"OAuthException","code":190,"fbtrace (truncated…)

  • Weiterlesen: Kurzmeinung: Illuminati – Dan Brown
    Kurzmeinung: Illuminati – Dan Brown

    Kurzmeinung: Illuminati – Dan Brown

    Illuminati – Dan Brown ©2010 Bastei Lübbe
    Illuminati – Dan Brown ©2010 Bastei Lübbe

    Darauf hatte ich mal wieder Lust: einfach ein dickes Buch lesen, das nicht gerade gehypt wird, bei dem es einige Rätsel gibt und in das man sich einfach fallen lassen kann. Ohne Spice, ohne irgendeinen „Trope-Overflash“ … Und was ich bekommen habe, ist eine durchweg spannende Geschichte! Auch wenn ich am Anfang gedacht habe, dass ich es schade finde, dass Langdon schon alles über die Illuminati weiß – wir also nicht am Lösen der ersten Rätsel beteiligt sind –, hat sich die ganze Geschichte erstaunlich gut aufgebaut. Obwohl mir klar war, dass es einige Plottwists geben wird (und ich schon instinktiv wusste, wer der wirklich Böse sein wird), hat es mich durchweg gepackt, und ich habe das Buch in einem Rutsch gelesen.

    Aber was macht das Buch so besonders? Eigentlich nicht der Thriller selbst, nicht die Spannung, nicht die Rätsel des erleuchtenden Pfades, nicht die mysteriösen Illuminati oder der Gedanke, dass es diesen Geheimbund vielleicht immer noch geben könnte. Auch nicht der (für mich erzwungene und völlig überflüssige) sexistische Gewaltaspekt. Nein – vielmehr ist es die Frage nach „Was ist Gott? Wer ist Gott? Und wie zeigt sich Gott?“

    Das ist letztlich eine hochphilosophische Fragestellung: die Auseinandersetzung zwischen der wissenschaftlichen Welt und der Religion, dem Glauben – hier verkörpert durch den Katholizismus als eine der einflussreichsten und mächtigsten Ausprägungen. Wo liegen die Unterschiede, und wo die Gemeinsamkeiten? Können Religion und Wissenschaft nicht nebeneinander existieren? Und warum gibt es überhaupt Religion – den Glauben an etwas „Darüber“?

    Gleichzeitig wird deutlich, dass gerade diejenigen, die diese beiden Philosophien leben und repräsentieren, oft mit den härtesten Bandagen gegeneinander kämpfen – und das auch über Leichen hinweg –, während doch jeder für sich seine eigene Wahrheit beansprucht.

    Client error: `GET https://graph.facebook.com/v22.0/instagram_oembed?url=https%3A%2F%2Fwww.instagram.com%2Fp%2FDTnZqEpDWn6%2F&access_token=ccEE5CfXo6FGcgoZHw9hs+uvBk720C6XB8rKeQM8RXlIVdESnu3/mfecSqiwfztcpKoeEJ/du/8NGtDEwofmdtnL4D9hrntLK/mUGpsF1KjNGM18+avn43P9IygnqeSq04fpclUpiTQBkh5BrHIoee7rvUxMGIb16kP316ZwKJZ654TU60dY1oDwGoE+/NBshIbleXH/UD3Viq5vjlXUXL9O+0vGK2YIrhhFzDpi1wWpY9Ya9sRJXPOS9raTm+HckDllwPIk1r3/qFAIzzj+TARraD3c+XwvS6Q563BXausXui/osvikn98V5jVtnSkT3kCjz2Z+c8bGB4Lj2eOuQw==` resulted in a `400 Bad Request` response: {"error":{"message":"Invalid OAuth access token – Cannot parse access token","type":"OAuthException","code":190,"fbtrace (truncated…)

  • Weiterlesen: Kurzmeinung: Die Letzte Stunde (Ever & After 3)
    Kurzmeinung: Die Letzte Stunde (Ever & After 3)

    Kurzmeinung: Die Letzte Stunde (Ever & After 3)

    Stella Tack "Ever & After 3 – Die letzte Stunde" ©2025 Ravensburger Verlag
    Stella Tack „Ever & After 3 – Die letzte Stunde“ ©2025 Ravensburger Verlag

    Diese Kurzmeinung bin ich schon lange schuldig und möchte sie nun reumütig nachholen. Ende September habe ich vom Ravensburger Verlag über NetGalley das Rezensionsexemplar erhalten – worüber ich mich sehr gefreut habe und wofür ich mich an dieser Stelle noch einmal sehr bedanken möchte. Hier nun meine kurze Rezension!

    Band 1 & 2 haben mir ja schon unglaublich gut gefallen, und dass ich dann Band 3 lesen durfte, war wirklich ein Highlight. War Band 2 doch sehr düster und endete mit einem extrem fiesen Cliffhanger, so war der dritte Band tatsächlich eine echte Überraschung. Denn wer kann schon wissen, dass Rains Wunsch vom Rumpelstilzchen so interpretiert werden würde??? Ich fand die Idee absolut genial, und wir landen nun tatsächlich in einer Art „Zeitreise“. Und wer mich kennt, der weiß: Ich liebe Zeitreisen.

    Und wir beginnen wirklich gaaaaaanz am Anfang (man sollte sich die Worte seiner Wünsche wohl ganz genau überlegen …), so sehr, dass der junge Mann, der später als Cole das Herz der armen Rain erobert, in Gestalt eines Stallburschen am Hofe der Götter ausgestoßen im Dreck lebt … und Rain als Stern vom Himmel fällt – im wahrsten Sinne des Wortes. Hach, ganz mein Geschmack.

    Wir sind wohl irgendwie noch weiter zurück als im tiefsten Mittelalter. Es ist düster, es ist blutrünstig, es ist ganz und gar ein Stella Tack. Und am Schluss wird es noch einmal richtig spannend, denn ganz klar müssen die Zeitlinien ja irgendwie aufeinandertreffen und noch einmal für richtigen Kuddelmuddel sorgen. Absolutes Highlight für diejenigen, die schon Band 1 & 2 mochten. Bei Band 2 hatte meine Tochter gemeckert, dass der „Märchenvibe“ etwas verloren gegangen sei – der ist in Band 3 allerdings wieder voll da.

    Client error: `GET https://graph.facebook.com/v22.0/instagram_oembed?url=https%3A%2F%2Fwww.instagram.com%2Fp%2FDTnZqEpDWn6%2F&access_token=ccEE5CfXo6FGcgoZHw9hs+uvBk720C6XB8rKeQM8RXlIVdESnu3/mfecSqiwfztcpKoeEJ/du/8NGtDEwofmdtnL4D9hrntLK/mUGpsF1KjNGM18+avn43P9IygnqeSq04fpclUpiTQBkh5BrHIoee7rvUxMGIb16kP316ZwKJZ654TU60dY1oDwGoE+/NBshIbleXH/UD3Viq5vjlXUXL9O+0vGK2YIrhhFzDpi1wWpY9Ya9sRJXPOS9raTm+HckDllwPIk1r3/qFAIzzj+TARraD3c+XwvS6Q563BXausXui/osvikn98V5jVtnSkT3kCjz2Z+c8bGB4Lj2eOuQw==` resulted in a `400 Bad Request` response: {"error":{"message":"Invalid OAuth access token – Cannot parse access token","type":"OAuthException","code":190,"fbtrace (truncated…)

  • Weiterlesen: Kurzmeinung: Yellowface
    Kurzmeinung: Yellowface

    Kurzmeinung: Yellowface

    Rebecca K. Fuang „Yellowface“ ©2024 Bastei Lübbe Verlag
    Rebecca K. Fuang „Yellowface“ ©2024 Bastei Lübbe Verlag

    Das Buch war überraschend spannend und fesselnd. Von Anfang an begleitet man die wenig erfolgreiche Autorin June Hayward, die zufällig an ein interessantes Manuskript ihrer erfolgreicheren Kollegin Athena Liu gelangt und dieses unter ihrem eigenen Namen veröffentlicht. Aus der Perspektive der Protagonistin June klingt alles schlüssig, und man entwickelt tatsächlich so etwas wie Zuneigung zu ihr – obwohl man genau weiß, dass ihr Handeln nicht rechtens ist. June ist jedoch vollkommen davon überzeugt, nichts Unrechtes zu tun, und schildert uns Lesenden ihre Beweggründe so unvoreingenommen und nachvollziehbar, dass man fast Sympathie für sie empfindet. Irgendwann ist der Zug abgefahren, und für June gibt es – aus ihrer Sicht – kein Zurück mehr.

    Die Geschichte regt zum Nachdenken an und ist eine scharfe Kritik an der aktuellen Buchszene mit ihrer toxischen „Buchbubble“. June wird getrieben von der Aufmerksamkeit, die sie in den sozialen Medien erhält – und natürlich kippt die Situation irgendwann. Das Buch hält der Szene einen Spiegel vor: Hype und Cancel Culture, alles oder nichts, und notfalls wird sprichwörtlich über Leichen gegangen. Gekonnt wird dies hier auf die Spitze getrieben. Und ja, Plagiate sind leider keine Seltenheit, ebenso wie das völlige Fehlen eines Schuldbewusstseins bei manchen plagiierenden Autor:innen, die über soziale Medien sogar noch damit kokettieren.

    Eine sehr kurzweilige Geschichte, die mir unheimlich Spaß gemacht hat.

    Über das Buch (formally known as Klappentext)

    June Hayward und Athena Liu könnten beide aufstrebende Stars der Literaturszene sein. Doch während die chinesisch-amerikanische Autorin Athena für ihre Romane gefeiert wird, fristet June ein Dasein im Abseits. Niemand interessiert sich für Geschichten »ganz normaler« weißer Mädchen, so sieht es June zumindest. Als June Zeugin wird, wie Athena bei einem Unfall stirbt, stiehlt sie im Affekt Athenas neuestes, gerade vollendetes Manuskript, einen Roman über die Heldentaten chinesischer Arbeiter während des Ersten Weltkriegs. June überarbeitet das Werk und veröffentlicht es unter ihrem neuen Künstlernamen Juniper Song. Denn verdient es dieses Stück Geschichte nicht, erzählt zu werden, und zwar egal von wem? Aber nun muss June ihr Geheimnis hüten. Und herausfinden, wie weit sie dafür gehen will.

    Rebecca K. Fuang „Yellowface“ © 2024 by Bastei Lübbe AG,
Cookie Consent mit Real Cookie Banner