Schlagwort: Gegenwartsliteratur

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    Lesestoff: Schaut, wie wir tanzen

    Lesestoff: Schaut, wie wir tanzen

    Leila Slimani „Schaut, wie wir tanzen“ ©2024 btb Verlag
    Leila Slimani „Schaut, wie wir tanzen“ ©2024 btb Verlag

    Wo könnte man ein Buch über eine Familiensaga in Marokko besser lesen? Genau! In Marokko!

    Der erste Band hat mich sehr beeindruckt und mir einen sehr guten, aber auch tiefen Einblick in die gesellschaftlichen Strukturen Marokkos kurz nach dem 2. Weltkrieg gegeben – also in die Generation der Großeltern meines Mannes.

    Im zweiten Band erlebe ich Marokko nun aus der Perspektive meiner Schwiegereltern. Wie passend, dass meine Schwiegermutter ebenfalls Aïcha heißt, genau wie die Tochter von Matilde, die nun die Hauptperspektive des Buches einnimmt.

    Ich bin schon sehr gespannt auf diese Fortsetzung und freue mich auf die Einblicke in das Marokko der 60er- und 70er-Jahre.

    Über das Buch (formally known as Klappentext)

    Im Sommer 1968 kehrt Aïcha Belhaj nach vier Jahren Medizinstudium in Straßburg nach Marokko zurück. In Frankreich gehen die Studenten auf die Straße, von den Barrikaden tönt der Ruf nach gesellschaftlicher Veränderung. Doch in ihrer Heimat trifft die angehende Ärztin auf eine erstarrte Welt. Die Farm von Aïchas Vater floriert zwar, die Familie allerdings ist zerrissen. Ihr Bruder Selim verschwindet in einer Hippiekommune an der Küste und versinkt im psychodelischen Drogenrausch. Wie soll Aïcha sich behaupten in einem Land, in dem bisher nur Männer Ärzte sind und das von einem autoritären König regiert wird? Am Abend der Mondlandung begegnet sie in einer Strandbar bei Casablanca einem Wirtschaftsstudenten, den alle nur »Karl Marx« nennen. Er ist Teil einer intellektuellen Jugend, die das Land erneuern möchte. Kann Aïcha mit ihm ihren Traum von einem unabhängigen Leben verwirklichen?

    Leila Slimani „Schaut, wie wir tanzen“ ©2024 btb Verlag

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    Kurzmeinung: Die Wand

    Kurzmeinung: Die Wand

    Marlen Haushofer „Die Wand“ ©2010 Ullstein Ebooks
    Marlen Haushofer „Die Wand“ ©2010 Ullstein Ebooks

    Ein Buch, das mich regelrecht umgehauen und zutiefst beeindruckt hat. Bedrückend, beklemmend und erschütternd – und trotz seines Alters definitiv aktueller denn je.

    Dieses Buch hat mich regelrecht umgehauen und zutiefst beeindruckt! Und das vor allem, weil es ganz ohne großes Drama auskommt. Kein enormes Worldbuilding, keine extremen zwischenmenschlichen Spannungen. Nein. Dies ist die Geschichte einer Frau, die sich unfreiwillig emanzipieren und sich ihrem Leben und ihrer Einsamkeit stellen muss. Bis sie am Schluss zerstört wird.

    Man bedenke, dass dieses Buch Anfang der 60er-Jahre geschrieben wurde. Das Beeindruckendste für mich war der schonungslos ehrliche und lethargisch wirkende Schreibstil, der genau das widerspiegelt, was geschieht und wie die Wahrheit eben auch ist. Haushofer verfasste das Buch als Bericht – exakt so, wie die Protagonistin ihn nach zwei Jahren schonungslosem Überlebenskampf auf einem Fetzen Papier niederschreibt: ohne Geschnörkel und Beschönigung.

    Es ist bedrückend, beklemmend und erschütternd – angesichts der Kraft der Einsamkeit und des Überlebenswillens des Menschen.

    Und auch wenn das Buch schon vor gut 60 Jahren verfasst wurde, hat es an Aktualität definitiv nichts eingebüßt. Im Gegenteil: Es hat sogar noch an Bedeutung gewonnen.

    Über das Buch (formally known as Klappentext)

    Die Wand, weite Natur und die große Einsamkeit

    Eine Frau will mit ihrer Cousine und deren Mann ein paar Tage in einem Jagdhaus in den Bergen verbringen. Nach der Ankunft unternimmt das Paar noch einen Gang ins nächste Dorf und kehrt nicht mehr zurück.

    Am nächsten Morgen stößt die Frau auf ein unsichtbares, glattes, kühles Hindernis – eine unüberwindbare Wand, hinter der Totenstarre herrscht. Abgeschlossen von der übrigen Welt, richtet sie sich inmitten ihres engumgrenzten Stücks Natur und umgeben von einigen zugelaufenen Tieren aufs Überleben ein…

    Marlen Haushofer „Die Wand“ ©2010 Ullstein Ebooks
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    Lesestoff: Das Land der Anderen

    Lesestoff: Das Land der Anderen

    Leïla Slimani „Das Land der Anderen“ ©2021 Luchterhand Literaturverlag
    Leïla Slimani „Das Land der Anderen“ ©2021 Luchterhand Literaturverlag

    Als Ehefrau eines Marokkaners, dessen Familie immer noch in Marokko lebt und wir fast jedes Jahr dort sind, ist diese Trilogie natürlich ein Muss für mich!

    Und ich bin begeistert! Auch wenn ich aus Erzählungen von meinem Mann schon vieles wusste, die Geschichte von Marokko aus der Zeit seiner Großeltern hautnah mitzuerleben ist schon faszinierend. Dabei schreibt Leïla Slimani alles mit einer Leichtigkeit ohne große und plumpe Erklärungen für uns „Europäer“. Und zum Glück habe ich das Land Marokko und die Städte Fès und Meknes, in den letzten 25 Jahren besucht und kann mir alles ziemlich gut bildlich vorstellen, die Gerüche, die Farben, die Sprache, die Menschen, die Traditionen… Die krassen Gegenteile zwischen kargem Feld und der bunten und teilweise auch westlich orientierte Städte.

    Band 2 steht schon in den Startlöchern.

    Über das Buch (formally known as Klappentext)

    Mathilde, eine junge Elsässerin, verliebt sich am Ende des Zweiten Weltkriegs in Amine Belhaj, einen marokkanischen Offizier im Dienst der französischen Armee. Die beiden heiraten und lassen sich in der Nähe von Meknès nieder, am Fuß des Atlas-Gebirges, auf einem abgelegenen Hof, den Amine von seinem Vater geerbt hat. Während er versucht, dem steinigen Boden einen kargen Ertrag abzutrotzen, zieht Mathilde die beiden Kinder groß. Voller Freiheitsdrang hatte sie den Aufbruch in ein neues, unbekanntes Leben gewagt und muss doch bald ernüchternde Erfahrungen machen: den alltäglichen Rassismus der französischen Kolonialgesellschaft, in der eine Ehe zwischen einem Araber und einer Französin nicht vorgesehen ist, die patriarchalischen Traditionen der Einheimischen, das Unverständnis des eigenen Mannes. Aber Mathilde gibt nicht auf. Sie kämpft um Anerkennung und ihr Leben im Land der Anderen.

    Leïla Slimani „Das Land der Anderen“ ©2021 Luchterhand Literaturverlag

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